Behandlung

Meine Vorgehensweise ist von Konzepten der kognitiven Verhaltenstherapie geleitet und auch an systemische Ansätze angelehnt. Zu Beginn der Behandlung werden gemeinsam Ziele vereinbart, welche in möglichst wenigen Sitzungen erreicht werden sollen. Es werden Fähigkeiten erlernt, welche das ganze Leben angewendet werden können, wodurch auch mit später auftretenden Krisen selbständig konstruktiv umgegangen werden kann.

Zentrum der Therapie ist einerseits die problemspezifische Wissensvermittlung (Psychoedukation) und andererseits die Annahme, dass psychische und zwischenmenschliche Probleme entstehen, wenn schädliche Gedanken und Verhaltensmuster, wie alle anderen Gedanken und Verhaltensweisen, erlernt werden. Die unproduktiven Gedanken und Verhaltensweisen können jedoch ebenfalls wieder verlernt oder umgelernt werden. Dazu ist auch die Annahme wichtig, dass Gedanken, Verhalten und Gefühle sich ständig gegenseitig beeinflussen und somit eine Komponente über die anderen beeinflusst werden kann.

Beispielsweise könnte jemand überzeugt sein, als Mensch versagt zu haben, da man einen Job nicht bekommen hat. Die Person ist überzeugt, dass es daran liegt, dass man anderen unterlegen ist und sowieso nichts kann. Auf Grund dieser Gedanken erlebt die Person intensive Selbstverachtung, fühlt sich depressiv und möchte am liebsten das Bett nicht mehr verlassen.

Ziel ist es nun, diese verzerrte Sicht in ein realistischeres Bild zu rücken. Das bedeutet, man versucht nicht, eine rosarote Brille aufzusetzen und sich einreden, dass es besser so ist und alles gut ist, sondern man möchte eine durchsichtige Brille aufsetzen und die Dinge so sehen wie sie sind.

Weiter im Beispiel: "Ich habe den Job nicht bekommen, weil andere Bewerber vielleicht erfahrener waren, oder der Chef einen Bewerber kannte, wodurch er sich natürlich eher für diesen entscheidet. Jedenfalls sagt es nichts über meinen Wert als Mensch aus und ich werde mich weiterhin bewerben." Somit fühlt sich die Person weder entwertet noch depressiv, sondern etwas traurig oder enttäuscht über die Absage, lässt sich davon aber nicht unterkriegen.

Zum Umlernen problematischer Gedanken und Verhaltensmuster haben sich u.a. bestimmte Gesprächstechniken und auch das Ausführen von Verhaltensversuchen als sehr wirkungsvoll erwiesen, um Leidensdruck zu beseitigen.